Parasympathikus

Das parasympathische Nervensystem ist in Ruhephasen am aktivsten, d.h. wenn der Körper keiner Bedrohung ausgesetzt ist. Seine Hauptaufgabe besteht in der Aktivierung der Verdauung, der Regeneration und dem Aufbau von Energiereserven, um den Normalzustand des Körpers wiederherzustellen. Es fördert auch die Ausscheidung von Urin und Stuhl.

Parasympathisches Nervensystem

Der Parasympathikus hat für die Gesundheit des
Menschen 2 Bedeutungen

1) Schaffung von Leistungsreserven und Förderung einer ausreichenden Fitness, für eine erfolgreiche Bewältigung von Umweltanforderungen. Eine zentrale Aufgabe dabei ist die Energiespeicherung und Bereitstellung.

2) Schutzfunktion gegen stressbedingte Erkrankungen und Gesundheitsgefährdungen, infolge chronischer sympathischer Überaktivierung.

Pathogenetische Risiken bei chronischer Überaktivierung des Sympathikus:

  • Koronare Herzerkrankungen

  • Bluthochdruck

  • Herzrhythmusstörungen, Herzinfarkt, Herzinsuffizienz

  • Diabetes

  • Immunerkrankungen, Entzündungen

  • Stressbedingte Erkrankungen, psychosomatische Störungen

  • Burnout, Angststörungen

Im Kopf steigert das parasympathische Nervensystem z.B. die Speichelproduktion, während es im Magen und Darm für eine Anregung der Aktivität der glatten Muskulatur und der Drüsen sorgt. Die erhöhte Aktivität der glatten Muskeln fördert die Darmbewegung (Peristaltik), die den Transport von Nahrung durch den Darm beschleunigen und sie in einen leichter verdaulichen Speisebrei verwandeln. Die erhöhte Drüsenaktivität im Darm steigert die Produktion und Sekretion von Verdauungsenzymen zur Aufspaltung der Nahrung, sowie die Produktion von Schleim und anderen Flüssigkeiten zur Förderung der Aufnahme von Nahrungsbestandteilen und des Weitertransportes der Nahrung im Darm.

Im Herz-Kreislauf-System senkt das parasympathische Nervensystem Herzfrequenz und Blutdruck und leitet zur Verdauungsförderung Blut aus den Muskeln in den Darm. In der Lunge bewirkt das parasympathische Nervensystem eine Verengung der Bronchiolen und erhöht die Sekretproduktion der kleinen Drüsen in den Bronchiolen. Im Auge bewirkt das parasympathische Nervensystem die Verengung der Pupille, was zur Folge hat, dass weniger Licht zur Netzhaut vordringt. Darüber hinaus regt es die Kontraktion der Ziliarmuskeln an, was zu einer verstärkten Wölbung der Linse für das Nahsehen führt.

Sympathisches Nervensystem

Aufgaben des Sympathikus

  • Verbesserte Herzleistung

  • Optimierung der Sauerstoffversorgung der Organe und der peripheren Durchblutung

  • Mobilisierung von Stoffwechselenergie

  • Hemmung bestimmter Funktionen wie z.B. Magen Darm Tätigkeit,
    Nierentätigkeit, Immunprozesse, usw.

Stress

Stress ist überlebensnotwendig. Er ist ein lebenserhaltendes Regulationsprinzip und ermöglicht komplexe Reaktionen auf bedrohliche Situationen. In erster Linie flüchten wir, ist dies nicht möglich, stellen wir uns dem Kampf (Flight and Fight). Akuter Stress ist eine Form von Stress, für die wir gebaut sind und der auch als „Salz in der Suppe“ des Lebens betrachtet werden könnte. Er kann sich durchaus positiv auf das Befinden, die Leistungs- und Konzentrationsfähigkeit und auf Lebens- beziehungsweise sexuelle Lust auswirken.

Erst Dauerstress wird zu einem Problem. Es kommt zu einer anhaltenden Sympathikusaktivierung, die als Widerstandsphase bezeichnet wird und Monate bis Jahre andauern kann.

Non solum dosis sed etiam tempus venenum facit

(Nicht nur die Dosis sondern auch die Zeit macht das Gift)

Ist das vegetative Nervensystem durch chronischen Stress gestört, kommt unser Körper nicht mehr in die so wichtigen Regulations- und Reizverarbeitungsfähigkeit, die vor allem in der Nacht so wichtig wäre. In unserer jetzigen modernen Welt steht unser Körper immer unter Dauerstress.

Dies wird ausgelöst durch

  • Elektrosmog zu Hause und unterwegs

  • Soziale Einflüsse, wie z.B. berufliche oder private Probleme

  • Künstlich erzeugtem Licht, die Störungen im Tag/Nacht Rhythmus
    verursachen

  • Umwelteinflüsse (Schwermetall Belastung, saurer Regen, Mikroplastik, etc..)

Elektrosmog

Elektrosmog beeinträchtigt unser vegetatives Nervensystem. Egal ob unregelmäßig gepulste und ungeordnete nieder- sowie hochfrequente Schwingungen (z.B. Hausstrom, Mobilfunkstrahlung). Diese bekannten Strahlungen stören unsere geordnete Grundfrequenz der menschlichen Zellstruktur und unsere Bindegewebsschicht (Faszien). Mittlerweile ist bekannt, dass die meisten Nervenzellen zur Aufnahme von Informationen aus der Umwelt im Bindegewebe sind. Diese Informationen werden dann über periphere Nerven (Afferent) in Richtung Zentralnervensystem geleitet. Das heisst, dass durch diese Einflüsse unser vegetatives Nervensystem einer ständigen Überreizung ausgesetzt ist und somit der Parasympathikus in seiner Aktivität eingeschränkt wird.

Sozialer Stress

Sozialer Stress und Druck in der Arbeit und/oder Privat regen die
Sympathikusaktivität an. Früher war dies notwendig, weil dadurch die Herzfrequenz ansteigt, Adrenalin ausgeschüttet wird und Leistungsfähigkeit bzw die Reizverarbeitung generell erhöht wird, um diese Situation meistern bzw. überleben zu können. Aber die Menschen damals hatten auch viel mehr Ruhephasen. Das vegetative Nervensystem konnte sich neu regulieren, damit der Körper wieder in die Regeneration und in den Aufbau von Energiereserven kommt.

Künstliches Licht

Künstliches Licht das Tag und Nacht zur Verfügung steht unterscheidet sich vom natürlichen Tageslicht hinsichtlich des Spektrums, der Intensität und des zeitlichen Musters. Im Zusammenhang mit der ständigen Beleuchtung unabhängig von der Tages- und Nachtzeit, besonders in den Städten, wird auch der Begriff „Lichtverschmutzung“ verwendet. Licht mit einem höheren Blauanteil wie z.B. Energiesparlampen, LED Leuchten, Computerbildschirme, Tablets, Handys, TV Bildschirme, etc. können die Melatoninsynthese während der nächtlichen Ruhephase unterdrücken, wenn sie innerhalb einer Stunde vor dem Schalfantritt eingeschaltet werden. Auch durch geschlossene Augenlider werden jene Photorezeptoren erregt die für die Übertragung von Licht auf den Suprachiasmatic nucleus (die „innere-biologische Uhr“) verantwortlich sind.

Die Konsequenz daraus ist, dass während der Helligkeitsperiode zu wenig D-Hormon und während der Nacht zu wenig Melatonin gebildet wird. Diese Situation wird mit verschiedenen gesundheitlichen Problemen in Verbindung gebracht, wie z.B.:

  • Störung des Schlafes

  • des Stoffwechsels

  • der reproduktiven Kapazität

  • der kognitiven Leistungsfähigkeit

  • der neurologischen Entwicklung

  • etc.

HRV-Messung

Diese Störung des vegetativen Nervensystems, oder mit anderen Worten, dieses Ungleichgewicht zwischen Sympathikus und Parasympathikus, können wir mit der Herzratenvaribilitätsmessung (HRV) der Firma Beam bildlich sichtbar machen. So kann man immer nachweisen, welche Maßnahmen für den Körper sinnvoll sind und welche nur bedingt den benötigten Erfolg erzielen.